Mittwoch, 14. März 2012

Heute in der Lunch-Time-Orgel

Organist Wolfgang Abendroth spielte das heutige Konzert zur Abwechslung wieder von der Empore aus - auf dem Programm standen folgende Werke:

Dietrich Buxtehude (1637-1707)
Ciacona e-moll

Partita über den Choral "Auf meinen lieben Gott"

Wolfgang Abendroth (geb. 1978)
Improvisation über das Lied der Woche "Du schöner Lebensbaum"

J. S. Bach (1685-1750)/ Charles-Marie Widor (1844-1937)
Aria in e-moll aus "Bachs Memento"

John Stanley (1712-1786)
Voluntary a-moll op. 7 Nr. 8


Ich muss sagen, dass mir die Orgelmusik von Buxtehude im Lauf der Jahre immer besser gefällt. War ich früher geneigt, in ihm lediglich einen Vorläufer und Ideengeber für Bach zu sehen, entdecke ich immer mehr von seiner Musik (nicht nur für die Orgel sondern auch Chorkompositionen) und ich finde sie großartig, für ihre Zeit absolut maßstabsetzend und originell. Kein Wunder, dass der junge Bach diesen Komponisten unbedingt kennenlernen wollte!
Auch die heute gespielte Ciacona und die Partita, in der Buxtehude Variationen einer Kirchenchoralmelodie in der Form barocker Tanzsätze präsentiert, haben mir wieder ausgesprochen gut gefallen!

Heute gab es dann wieder einmal eine Improvisation unseres Organisten über das Wochenlied - ein ungarischer Choral mit einer wirklich schönen Melodie, den Herr Abendroth - vielleicht in Anlehnung an die zuvor gespielte Partita - in der Folge in mehreren frei gestalteten Variationen in verschiedenen Klangfarben und Tempi verarbeitete.

Der Franzose Charles-Marie Widor, dessen Todestag sich vorgestern zum 75. Mal jährte, hat als Hommage an Johann Sebastian Bach eine sechssätzige Suite mit dem Titel "Bachs Memento" zusammengestellt, die Orgelbearbeitungen verschiedener Kompositionen des berühmten Thomaskantors enthält.
Heute bekamen wir das als "Aria" betitelte e-moll Präludium präsentiert, das sich im Original im 1. Band des Wohltemperierten Klaviers befindet.

Der Brite John Stanley ist einer der 2012er Jubilare - am 17. Januar war sein 300. Geburtstag.
Aus seinem Opus 7 aus dem Jahr 1754, das insgesamt 10 Voluntarys enthält, spielte uns Wolfgang Abendroth zum Abschluss des heutigen Konzerts noch das 8. Voluntary in a-moll. Überraschenderweise klang dieses mehrteilige Orgelstück deutlich "barockiger", als ich das von Stanleys eigentlich der Frühklassik zuzurechnenden Musik erwartet hätte. Vielleicht war diese Komposition ja auch als eine Art Hommage z. B. an Georg Friedrich Händel gedacht?!?

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